Mitteilungen

26.09.2021

Die Corona Impfung und die Frage der Solidarität

Hans-Jürgen Scheuerle,

drei Fragen stellen sich zur Impfung gegen Covid-19 die dringend zu beantworten sind: Die Frage nach der Solidarität; die nach dem Vergleich von Geimpften mit den Nicht-Geimpften; und die nach der Zielsetzung bzw. Zielvorstellung zur Beendigung der Corona-Maßnahmen. Sollen letztere unbegrenzt immer weiter gehen? Es gibt noch keine verbindliche Marke an der man sagen kann: Wenn wir dieses Ziel erreicht haben können wir die Maßnahmen beenden? Bisher fehlt eine solche Marke. Folgende Überlegungen bahnen den Weg zu einer Lösung offener Fragen in der Corona-Krise.

Solidarität mit der Gemeinschaft ist ein Hauptargument, mit welchem die Ungeimpften in einer Art Gruppenzwang zur Impfung gedrängt werden sollen. Solidarität kann aber nicht heißen dass man etwas nur deshalb tut weil viele Andere es auch tun; wenn Viele von einer Brücke ins Wasser springen, müssen nicht auch alle Anderen hinterher. Solidarität kann hier nur bedeuten, dass ein gemeinschaftsförderndes Verhalten Vieler auch vom Einzelnen mit getragen werden soll. Dazu ist es aber notwendig zu klären, was gemeinschaftsfördernd ist, konkret, ob die Impfung das Leben und die Gesundheit der meisten Menschen erhalten und verbessern kann oder nicht. Eben dies wissen wir jedoch noch nicht, zumindest nicht sicher. Deshalb sind die heutigen Impfungen auch nur vorläufig, aber noch nicht endgültig zugelassen. Von Solidarität kann m. E. erst die Rede sein, wenn eine positive Wirkung der Impfung auf die Bevölkerung sicher nachgewiesen worden ist. Vorher könnte sie sogar falsch sein, weil sie den seriösen Nachweis in beiden Richtungen verhindert. Das heißt, auch die Nicht-Geimpften spielen eine entscheidende Rolle im Corona-Planspiel!

Die zweite Frage ist die nach der Wichtigkeit einer Vergleichsgruppe nicht geimpfter Menschen. Nur wenn eine größere Anzahl Menschen in den nächsten Monaten ungeimpft bleibt, lässt sich später vergleichen welche Ergebnisse in welcher der beiden Gruppen vorliegen. Da sämtliche Impfstoffe noch eine endgültige Zulassung brauchen, müssen sowohl die positiven Ergebnisse als auch die unerwünschten Nebenwirkungen in verschiedenen Ländern (Deutschland und Europa, Israel oder USA usw.) zunächst gesammelt und kritisch beurteilt werden um dann seriös sagen zu können welcher Weg künftig am besten einzuschlagen ist. Würden jedoch sämtliche oder fast alle Menschen eines Landes gegen Corona geimpft, gäbe es am Ende keine ausreichenden Vergleichsmöglichkeiten um zu entscheiden, welche Wirkungen und Nebenwirkungen auf die Impfung zurückzuführen sind und welche nicht.

Daher wird es einerseits wichtig sein zu beobachten welche Ergebnisse eine einmalige, zweimalige oder mehrfache Impfung erzielt, andererseits, welche Krankheitsverläufe bei den Nicht-Geimpften vorliegen. Geht es ihnen letztlich besser oder schlechter als den anderen? Alle vier Gruppen (die einmal-, zweimal-, mehrfach- und die nicht-Geimpften) müssen miteinander verglichen werden können. Es handelt sich ja erklärter Weise um ein sog. Feldexperiment, bei dem Millionen von Menschen, inzwischen wohl schon Milliarden quasi Versuchskaninchen sind. – Medizin und Gesundheitspolitik tun sich in der Corona-Krise schwer, Vergleiche zu ziehen, weil entscheidende Daten teils unterschiedlich interpretiert werden, teils überhaupt fehlen. Damit aber entfallen auch geeignete Kriterien um die Schwere der Corona-Pandemie wissenschaftlich-medizinisch zu beurteilen und die richtigen politischen Maßnahmen zu treffen. Hier sollte nicht eine wichtige Datenquelle verschüttet werden! Eine entsprechende Anzahl Ungeimpfter ist in die endgültige Auswertung des Feldexperiments unbedingt einzubeziehen! Nur mit einer verbleibenden Vergleichsgruppe nicht geimpfter Menschen lassen sich Vergleiche ziehen. –

Es fehlt jedoch bisher noch ein Vorschlag, wie groß die Gruppe der Ungeimpften sein sollte. Ein möglicher sinnvoller Vorschlag wäre, die Impfung bei knapp über 2/3 bis maximal ¾ der Bevölkerung zu deckeln bzw. nicht mehr als höchstens 75 % der erwachsenen Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zu impfen. Gegenwärtig sind bereits etwa 62% der Bevölkerung zweimal und etwa 70% einmal geimpft. Damit beträgt die Gruppe der Nicht-Geimpften, die zum Vergleich mit den Geimpften herangezogen werden kann etwa 1/3 bis maximal ¼.

Mit dieser Zahl hätte die gegenwärtige Impfaktion ihr vorgesehenes Ziel bereits erreicht. Man könnte sie somit heute beenden und allenfalls noch diejenigen zur Impfung zulassen die dies selbst wünschen. Auch die nicht durchgehend empfohlene, problematische Impfung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, Säuglingen und Kleinkindern kann entfallen.

Dieser Vorschlag löst drei aktuelle Probleme: Einmal das wissenschaftlich-medizinische Problem, wie nämlich ein Impferfolg mit den vorläufig zugelassenen Vakzinen abschließend beurteilt werden kann. Bisher fehlt die Überlegung, welche Bedeutung die Kontrollgruppe Ungeimpfter haben muss, bei Epidemiologen und Politikern.

Zweitens löst sich das Problem, wie die politischen Maßnahmen zu begrenzen sind bzw. bis zu welcher Prozentzahl die Impfungen höchstens fortgesetzt werden sollen. Auch wenn man aus anderen Gründen zu einer anderen Zahl kommen sollte: Fest steht, ohne eine entsprechende Anzahl nicht geimpfter Menschen lassen sich keine seriösen Schlüsse über positive Wirkungen und unerwünschte Nebenwirkungen der Impfung ziehen. Eine Gruppe von mindestens 25 – 30% Ungeimpften erlaubt einen seriösen Vergleich mit den Geimpften.

Drittens löst sich ein Konsensproblem, das hinter der Forderung nach Solidarität steht: Solange sich ein größerer Teil der Bürger vieler Länder nicht impfen lassen will zeichnet sich auch eine Spaltung Deutschlands in Geimpfte und Ungeimpfte ab, die mit sozialer Diffamierung und wirtschaftlicher Benachteiligung der letzteren sowie mit Demonstrationen, Kollaps, Verzweiflung und Selbstmorden einhergeht (was, wie sich gezeigt hat bis in bürgerkriegsartige Zustände auszuarten droht). Hier wäre ein Vorschlag zur Befriedung!

Der Einwand, dass es bei einer solchen Lösung zur massiven Zunahme von Corona-Kranken kommen könnte ist vorhersehbar aber nicht stichhaltig, da es auch genau umgekehrt sein kann: Wir kennen die Zukunft nicht und wissen daher noch nicht, ob es nicht umgekehrt sein, in welche Richtung das weltweite Feldexperiment mit der Impfung deuten wird. Der Nutzen der Impfung wird nur glaubwürdig belegt werden können wenn auch die Umgeimpften mit einbezogen werden. Dazu müssen sie als Gruppe respektiert werden.

30.08.2021

Pädiater sehen Kinder bei COVID-19-Infektionen nicht in Not - Ärzteblatt

Berlin – Kinderärzte geben in Bezug auf eine COVID-19-Erkrankung bei Kindern Entwarnung. Auf den rund 350 deutschen Kinderkliniken liegen derzeit nur 131 Kinder in stationärer Betreuung wegen einer COVID-Symptomatik oder auch allein wegen anderer Erkrankungen aber mit einem positiven COVID-Abstrich.

30.08.2021

War es das mit den Schulschließungen? - Dr. Jan-Martin Wiarda

Um den regulären Schulbetrieb zu halten, müssten Corona-Infektionen unter Kindern und Jugendlichen bewusst in Kauf genommen werden, sagen jetzt auch führende Virologen und Epidemiologen. Die Geschichte eines Paradigmenwechsels – und wie er kommuniziert wurde.

27.08.2021

Kinder in der Corona-Krise - Es ist nicht sinnvoll, jede Infektion um jeden Preis zu verhindern / Zeit Online

Viele Kinder haben unter den Corona-Maßnahmen gelitten. Bei steigenden Impfquoten müssen Infektionsschutz und regulärer Schulbetrieb wieder in Balance gebracht werden.

20.08.2021

"Mangelhafte Modellierung": Epidemiologe kritisiert neue Stiko-Empfehlung für Kinder von Janina Lionello - Nordbayern

15.07.2021

Kinderimpfung, STIKO und die politische Kommunikation | Markus Lanz

In der aktuellen Frage, ob Kinder geimpft werden sollten oder nicht, bezieht der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO) Stellung und erklärt, wieso er mit seinen Kollegen noch immer skeptisch auf die Impfung der Jüngeren blickt, sowohl über 12 Jahre, als auch darunter.

Ab min 22:40 kommt die Frage bzgl. Impfung von Kindern, die Merten in Bezug auf seine Enkelkinder beantwortet und ca. ab min 24:30 die besagte Nachfrage von Walter-Borjans (SPD Vorsitzender)

05.07.2021

Ist die Delta-Variante ein Grund, um Druck auf Kinder und Jugendliche zu machen, sich impfen zu lassen?

Nein: mehr als die Hälfte der an oder mit der Delta-Variante Verstorbenen waren bereits geimpft
Frankfurter Allgemeine – Gestorben trotz Impfung
RTL – Großbritannien: Mehr als die Hälfte aller Delta-Toten war geimpft

und die Delta Variante ist mit einer Fallsterblichkeit (case fatality rate) von 0,1% vergleichsweise harmlos
Public Health England – SARS-CoV-2 variants of concern and variants under investigation in England

Es ist schwer, nachzuvollziehen, warum viele Länder eine Panik vor der Delta Variante erzeugen. Bemerkenswert ist, dass sie dies tun ohne jegliche Zahlen für Kinder zu nennen, also ohne, dass sich die Eltern eine fundierte Meinung bilden können. Hier ein Beispiel von CNN:
CNN – What parents need to know about children and the Delta variant

24.06.2021

Covid-19: Should we be worried about reports of myocarditis and pericarditis after mRNA vaccines?

Das „British Medical Journal“ hat etwas zum Thema C19-Impfungen von Menschen unter 25 veröffentlicht. Dabei wurden die Daten von Pfizer selbst analysiert.
Conclusio: „On this basis, vaccination against covid-19 of those aged 25 and below seems not indicated, as harms far outweigh the benefits. The MHRA should perhaps reconsider their emergency approval in younger adults, for whom there is indeed no covid emergency, and wait for longer follow-up and suitably powered studies.“
Auf Deutsch: Der mögliche Schaden überwiegt den möglichen Nutzen und die (so heißt das in England) Notfallzulassung der MHRA (die medizinische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel in Großbritannien) sollte überdacht werden für junge Erachsene.
 
Dazu noch ein Fakt aus Österreich: Es gab bis zum heutigen Tag keinen einzigen Todesfall einer weiblichen Person unter 25 an oder mit C19. Die 11 Fälle (3 davon von 10 bis 14) von männlichen unter 25-Jährigen waren ALLESAMT von Menschen mit schweren und schwersten Vorerkrankungen – was die persönliche Tragik natürlich nicht mindert bei jedem einzelnen Fall.
 
Auch in Deutschland waren 3 der 4 verstorbenen Kindern schwer Vorerkrankt.

21.06.2021

Da so viele Eltern Fragen haben, hat Porf. David Martin zugesagt, als ihn Patricia Marchart interviewen wollte. Anbei das Ergebnis, das Sie gerne teilen können:

11.06.2021

Was für die Corona-Impfung bei Kindern spricht – und was dagegen - Focus Online

11.06.2021

Interview mit Prof. David Martin zur Covid-19-Impfung von Kindern:
„Kein Grund zur Eile“ Danke!

08.06.2021

UKT Chef und Prof. Martin gegen Impf-Freigabe - Schwäbisches Tagblatt

04.06.2021

Prof. Dr. Johannes Hübner und Prof. Dr. Arne Simon (1. und 2. Vorsitzende der Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, DGPI), über die COVID-19 Impfung bei Kinder

02.06.2021

„Kein Grund zur eiligen Impfung von Kindern und Jugendlichen“:
Experten-Papier argumentiert gegen voreiligen „Aktionismus“ - Medscape

26.05.2021

„Wir haben keinen Grund zur eiligen Impfung von Kindern“
- Frankfurter Allgemeine

25.05.2021

„Geimpft, Genesen, Getestet“? Für Kinder ungeeignet!

25.05.2021

Franktfurter Rundschau:
Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche: „Für die Allermeisten lohnt es sich nicht“

22.05.2021

Unsere neue Publikation zur Covid-Impfung ist jetzt als Preprint verfügbar

–> COVID-19 Impfung für Kinder und Jugendliche? Vierzehn Argumente für einen rationalen Weg in Deutschland

Martin, D., Simon, A. & Schwarz, S. (2021)

31.03.2021

Die Anzahl mit PCR getesteter Personen liegt bei Erwachsenen seit Jahresbeginn unverändert bei gut 500/100.000; die Anzahl getesteter Kinder unter 14 Jahren hat sich seit der 6. KW von unter 250 auf über 500/100.000 mehr als verdoppelt.

Die errechnete 7-Tages-Inzidenz reflektiert jedoch ausschließlich die mit positiven PCR-Tests erfassten Infektionen, d.h. die gemeldeten absoluten Zahlen unabhängig von der Testhäufigkeit.

Sehr viel aussagekräftiger als die so errechneten Inzidenzzahlen sind daher die Positivitätsraten im Verhältnis zu den Testzahlen. Die Positivitätsrate spiegelt den Anteil infizierter Personen in einer Bevölkerungsgruppe wider. Bei einer überproportionalen Zunahme der Infektionen bei Kindern würde sie daher steigen. Die Positivitätsrate bei den 0- bis 4-Jährigen ist aber im Vergleich der Kalenderwochen 6 und 12 von 6,4 % auf 6,15 %, bei den 5- bis 14-Jährigen von 9,6 % auf 8,9 % abgesunken.

Die Frage, ob Kinder zum jetzigen Zeitpunkt überproportional am COVID19-Infektionsgeschehen beitragen, kann daher mit einem klaren NEIN beantwortet werden

30.03.2021

Pro und Kontra: Sollten wir alle Kinder gegen Corona impfen? - Redaktionsnetzwerk Deutschland